WISSENSWERTES

Was muss ich beim KAUF einer Perücke beachten?

 

Perücken werden aus unterschiedlichen Gründen getragen. In den meisten Fällen liegt es daran, dass man entweder unter komplettem Haarausfall leidet oder gerne rasch eine weitere Frisur möchte. Damit man auch wirklich mit einer Perücke zufrieden ist, muss diese in jedem Fall von einem Profi angepasst werden. Dabei sei jedoch Vorsicht geboten. Ein Friseur beherrscht nicht automatisch die Kunst des Anpassens einer Perücke. Diese erlangt man in erster Linie durch Erfahrung. Das Kunsthaar eines Haarersatzes ist nicht zu vergleichen mit normalem Haar (zB ist föhnen nicht möglich), weshalb man ein spezielles Händchen dafür haben muss. Hinzu kommt, dass auch die Montur, auf welcher die einzelnen Haarfasern angebracht sind, optimal sitzen muss. Wenn die Montur nicht passt, wirkt die Frisur der Perücke unnatürlich. Da man gerade das vermeiden möchte, wird im Allgemeinen von einem Kauf einer Perücke über einen Onlineshop abgeraten.

Was sind KENNZEICHEN einer guten Perücke?

Perücke Lace AnsatzEine der heikelsten Stellen einer Perücke ist der Haaransatz am Oberkopf. Daher wurden die Monofillament-Ansätze erfunden. Diese bestehen aus einem sehr feinen, transparenten und robusten Stoff. Eine weitere Problemzone für eine Perücke ist der Stirnbereich. Bei einem Filmansatz (Lace Front) entsteht der optische Eindruck, dass die Haare aus der Haut herauswachsen. Das wird dadurch ermöglicht, dass die einzelnen Haarfasern auf sehr dünnem Tüll angeknüpft werden. Somit sind viel mehr Frisuren möglich, da man nicht darauf achten muss, den Stirnansatz zu verdecken. Das Netz bei Perücken setzt sich zudem aus atmungsaktivem Material zusammen.

Wie funktioniert das ANPASSEN einer Perücke?

 

Sowohl die Montur als auch der Haarschnitt müssen passen, damit sich der/die TrägerIn wohl fühlt und man nicht erkennt, das eine Perücke getragen wird. Vor allem bei der Montur ist sehr wichtig, dass sie durch eine erfahrene Hand angepasst wird. Meist sind Perücken von Natur aus etwas größer geschnitten, denn eine Verkleinerung ist immer möglich. Wenn bei der Montur Fehler gemacht werden, kann es vorkommen, dass die Perücke entweder nicht gut sitzt und damit leicht verrutscht oder dass sich sogar eine Blase bildet. Hinzu kommt, dass wie schon erwähnt der vordere Haaransatz dem natürlichen Ansatz entsprechen sollte, damit das Haarersatzteil natürlich wirkt.
Anschließend muss die passende Frisur zurechtgeschnitten werden. Herkömmliche Scheren kommen dabei eher nicht zur Anwendung. Wichtig ist, sehr weiche Abstufungen zu machen, welche am besten mit einer Effilierschere und einem Rasiermesser erzeugt werden. Umso kürzer die Haare der Perücke umso wichtiger ist der perfekte Schnitt, damit die Frisur kess wirkt.

Wie wird eine Perücke richtig AUFGESETZT?

Achten Sie darauf, dass der Ansatz der Perücke mit ihrem natürlichen Haaransatz auf gleicher Höhe ist. Viele Perückenträger entlarven sich zumeist selbst, indem sie die Perücke zu tief in die Stirn ziehen. Frisieren Sie die Perücke locker und natürlich und vergessen Sie dabei nicht Haare über die Stirn und die Schläfen zu ziehen, um den Perückenrand zu verdecken. Ausnahme: Wenn Sie eine Perücke mit „Lace-Ansatz“ haben, dann können Sie die Haare auch direkt aus der Stirn frisieren. Setzen Sie die Perücke immer erst auf, wenn sie ganz trocken ist.

So setzen Sie eine Perücke auf

EIGENSCHAFTEN VON PERÜCKEN

Echthaar oder Kunsthaar?

Die Wahrheit ist: Sie sehen mittlerweile keinen Unterschied zwischen (guten) Kunsthaar- und Echthaar-Perücken. Der Unterschied liegt in der Pflege und Stylbarkeit bzw. in der Haltbarkeit der Haare und der Montur (Haube), auf der die Haare befestigt sind.

Übersicht: Pflege von Echthaar-/Kunsthaar-/Thermofaser-Perücken

Haararten Perücken

Vor- und Nachteile von Kunsthaar-Perücken

Vorteile:

  • Sehr günstig
  • Riesige Auswahl: Alle Längen, Farben und Schnitte verfügbar
  • Einfache Pflege: Kaltes Wasser und wenig Shampoo

Nachteile:

  • Vertragen keine Hitze (Föhn!)
  • Halten ca. 1 Jahr und verlieren dann Glanz und Sprungkraft
Vor- und Nachteile von Echthaar-Perücken

Vorteile:

  • Können farblich immer wieder aufgefrischt werden
  • Styling möglich wie beim Eigenhaar

Nachteile:

  • Teuer, da nur die erlesensten und besten Haare verwendet werden
  • Können leicht verfilzen
Vor- und Nachteile von Thermofaser-Perücken

Thermofaser ist die neueste Art der Perücken. Thermofaser ist ein Kunsthaar, welches auch bis ca. 160°C hitzebeständig ist.

Fakten:

  • Einigermaßen form- und stylbar
  • Preis zw Kunsthaar- und Echthaar-Perücken
  • Keine Gefahr des Verfilzens
Vor- und Nachteile von Mischhaar-Perücken

Mischhaar ist eine Mischung aus Thermofaser und Echthaar.

Fakten:

  • Vereint fast alle Vorteile von Echthaar und Thermofaser in einer Perücke
  • Leichtes Kämmen nach dem Waschen
  • Föhnen möglich
  • Sehr hitzeresistent
  • Preis: Etwas unter einer Echthaar-Perücke
Welches Shampoo und welche Pflege brauchen Perücken?

Kunsthaar-Perücken:

  • Nur mit kaltem Wasser waschen (am besten bei 20-25°C)
  • Nicht zu heiß, denn Hitze kann die Faser nachhaltig verformen
  • Shampoo und Balsam für Perücken-Kunstfaser verwenden

Thermofaser:

  • Gewöhnliche Wasser-Temperatur – keine Gefahr für die Haarfaser
  • Shampoo und Balsam für Perücken-Kunstfaser verwenden

Echthaar:

  • Gewöhnliche Wasser-Temperatur – keine Gefahr für die Haarfaser
  • Nur hochwertige Haarpflege verwenden
  • Achtung: Keinen Balsam (Conditioner, Packung, Öle,…) auf den Perücken-Ansatz bringen, da sich die Knüpfknoten sonst lösen können
Wie kann ich die Perücke stylen?

Kunsthaar-Perücken:

  • Keine alkoholhaltigen Produkte (Schaum, Spray) verwenden, sonst wird das Kunsthaar stumpf
  • Balsam kann verwendet werden, hat jedoch nicht die gleiche Wirkung wie bei Echthaar

Thermofaser:

  • Geringe Wirkung von Styling-Produkten
  • Nach dem Trocknen eventuell Haarspray verwenden

Echthaar:

  • Verwendung von Styling-Produkten wie bei echtem Haar: Schaum, Spray, Gel,…
Kann ich Perücken föhnen?

Kunsthaar-Perücken:

  • Niemals mit heißer Luft (Föhn, Trockenhaube) trocknen
  • Perücke wird nur auf dem Perückenständer luftgetrocknet
  • Am besten am Abend waschen, dann kann sie über Nacht trocknen
  • Achtung: Heiße Luft verformt die Haarfaser und kann die Kunsthaar-Perücke zerstören

Thermofaser:

  • Die meisten Modelle sind bis ca. 160°C belastbar
  • Föhn und Hitze sind kein Problem
  • Vorsicht aber bei Glätteisen! Unbedingt Hitze drosseln

Echthaar-Perücken:

  • Wie bei echtem Haar
  • Vorsicht dennoch vor zu starker Hitze! Es könnte Haarspliss auftreten.
Womit frisiert man Perücken am besten?

Am besten mit einer Bürste mit Naturborsten, diese sind weicher als Plastik- oder Metallbürsten und schädigen nicht das Netz (Montur) auf dem die Haare befestigt sind.

 

Ist das Netz (Montur) der Perücke aus hautfreundlichem Material gemacht?

 

Es werden ausschließlich hautfreundliche Materialien verwendet, vor allem Baumwolle und besonders atmungsaktive Materialien werden hier eingesetzt.

"Atmet" eine Perücke?

Tipp: Tragen Sie Make Up auf!

Sollten Sie aufgrund einer Chemotherapie an Haarverlust leiden, gehen dabei oft auch Wimpern und Augenbrauen aus. Mit etwas Make Up kann hier nachgeholfen werden. Eyeliner und Augenbrauenstift kann hier schon Wunder bewirken. Damit man wieder etwas Farbe im Gesicht bekommt, empfiehlt sich ebenfalls ein wenig Make Up.
Übrigens erhalten Sie auf Wunsch bei uns eine kostenlose Make Up-Schulung beim Kauf einer Perücke.

Arten der Montur (Haube)

 

Tressenmontur
Diese maschinell erzeugte Variante wird am meisten verwendet, da sie auch kostengünstig ist. Die Haare werden dabei auf dünne Bändchen aufgearbeitet. Diese Tressen näht man im Anschluss auf Bänder auf, um so eine Perücke zu formen. Ein großer Nachteil dabei ist, dass diese Bänder ins Besondere bei Kurzhaar leicht zum Vorschein kommen können.

Tüllmontur
Wie der Name schon sagt, wird hier feiner Tüll verwendet, worauf die einzelnen Haarfasern aufgeknüpft werden. Die Farbe des Tülls stimmt dabei mit der Haarfarbe überein. Diese Methode benötigt einigen Zeitaufwand, was sich wiederum im Preis spiegelt. Ein großes Plus dabei ist, dass die Montur sehr flexibel ist und somit ein angenehmes Tragegefühl garantiert. Hinzu kommt, dass die Montur nicht so leicht zu sehen ist wie bei Tressen, was vor allem bei Wind von Vorteil sein kann.

Monofilament
Dies entspricht im Groben einer Tüllmontur, wobei hier ein noch viel feineres Material verwendet wird, welches kaum sichtbar ist. Da dieses Material jedoch nicht dehnbar ist, kommt diese Art ausschließlich am Wirbel und am Oberkopf zum Einsatz.

Perücke mit Lace-Ansatz Netz Perücke Monofilament Netz Perücke

Welche unterschiedlichen Haaransätze gibt es im Stirnbereich?

Randknüpfung bei Tressen
Heutzutage findet man diese Randknüpfung nur noch bei den preisgünstigsten Modellen oder bei Faschingsperücken. Der Ansatz ist dabei sehr bauschig und wirkt daher künstlich. Bei qualitativen Perücken kommt dieser Haaransatz nicht mehr zur Anwendung.

Monofilament
Dabei wird ein sehr feiner und transparenter Stoff verwendet, auf welchen die Haare aufgeknüpft sind. Kleiner Nachteil dieser Methode ist, dass dieses Material leicht reißen kann, weshalb im Randbereich ein durchsichtiger Streifen aus Kunststoff angebracht ist. Diese Art des Haaransatzes wird heutzutage fast standardmäßig bei Perücken eingesetzt.

Perücke Stirn-AnsatzLace Front (Filmansatz)
Diese innovative Methode spricht für eine sehr gute Qualität der Perücke. Die einzelnen Haare sind dabei auf ein extra feines Tüll aufgeknüpft. Um für mehr Natürlichkeit zu sorgen, sind die Abstände

der Haarfasern dabei größer als beim Rest der Perücke. Es wird auch kein Kunststoffstreifen verwendet, wie es bei Monofilament Ansätzen der Fall ist. Aufgrund dessen ist man bei der Frisur viel flexibler. Die Herkunft des Namens liegt tatsächlich daran, dass gerade Schauspieler oftmals eine anpassungsfähige Frisur benötigen und keinesfalls eine Perücke oder ein Toupet zu erkennen sein darf.

HAARWUCHS & PERÜCKEN

WACHSEN Haare unter einer Perücke?

 

Ja! Viele Leute, speziell Chemopatienten, fürchten dass, wenn die ersten Haare wieder nachwachsen, dass es besser ist keine Perücke zu tragen, da die Haare Luft und Licht brauchen. Das ist ein kompletter Unsinn, wenn Ihr Haar wachsen will, so tut es dies, egal was Sie dazu tun oder auch nicht.

Schadet eine Perücke meinem Haarwuchs?

 

Nein! Dies ist ein nur ein dummes Gerücht. Es gibt keine Perücke, die den Haarwuchs beeinträchtigt.

Wann wachsen meine Haare nach einer Chemotherpie wieder?

Sobald Sie mit der Chemotherapie aufhören, dauert es im Schnitt gerade mal 1 Monat und der Haarwuchs setzt wieder ein. Die meisten Patienten sind dann überrascht, wie schnell die Haare wachsen. Was auch stimmt, denn in vielen Fällen ist die Chemotherapie zwar zuerst diejenige, die für den Ausfall zuständig ist, aber danach ist es oft ein reines Wundermittel für den Haarwuchs. Diese Wirkung lässt aber im Regelfall nach 12 Monaten nach und die Intensität des Haarwuchses ist wieder normal.

Wie verändert sich mein Haar nach einer Chemotherapie?

Fast alle Patienten bekommen eine Naturwelle, diese kann von ganz leicht bis extrem stark ausfallen. Im Regelfall löst sich die Welle nach spätestens 1 Jahr wieder auf. Ein weiterer Effekt ist, dass das Haar zumeist um Einiges dicker ist als vorher. Aber auch das vergeht nach 1 Jahr fast immer und danach ist das Haar wieder so wie vorher. Bei der Haarfarbe ändert sich meist nichts oder nur geringfügig, ausser ein paar zusätzlichen weißen Härchen ändert sich nichts. In ganz seltenen Fällen, kann sich die Haarfarbe verändern, kommt aber so gut wie nie vor.

Wie sieht mein Haarvolumen nach einer Bestrahlung aus?

Haarausfall kann bei einer Bestrahlung nur dann auftreten, wenn tatsächlich der behaarte Teil des Kopfes im Strahlengang liegt und die Strahlendosis relativ hoch ist. Dies gilt für alle behaarten Regionen des Körpers (Augenbrauen, Wimpern, Körperbehaarung,…) Einige Patienten müssen nach einer Kopfbestrahlung mit einem auf Dauer dünner bleibenden Haarwuchs rechnen. Bei Dosen von über 50 Gray gehen Strahlentherapeuten davon aus, dass sich nicht alle Haarwurzeln wieder erholen.

HAARERSATZ AUF KRANKENSCHEIN

Wann bekomme ich eine Perücke oder einen Haarersatz auf Krankenschein?

Grundsätzlich immer dann, wenn der Arzt einen krankheitsbedingten Haarausfall feststellt und Ihnen dafür einen Verordnungsschein ausstellt. Egal bei welcher Krankenkasse Sie versichert sind, ein Zuschuss ist Ihnen in vielen Fällen sicher. Lediglich die Höhe kann dann von Versicherung zu Versicherung noch ein wenig variieren.

Wie wird mit der Krankenkasse verrechnet?

Für alle Patienten der NÖ Gebietskrankenkasse bieten wir den Service einer Direktverrechnung an. In diesem Fall brauchen Sie nur den Selbstbehalt zu bezahlen. Sind Sie bei anderen Krankenkassen versichert, können Sie die Rechnung selbst einreichen und bekommen dann die Summe nachverrechnet. Dies geschieht zumeist sehr schnell und unbürokratisch.

Wie oft kann ich den Krankenkassenzuschuss in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich haben Sie solange Anspruch auf Haarersatz, solange Sie unter krankheitsbedingtem Haarausfall leiden. Den Zuschuss können Sie dann einmal im Jahr geltend machen. Grundvoraussetzung ist aber immer die ärztliche Bestätigung (Verordnungsschein).

Wie lange muss ich auf meine Perücke oder Haarverlängerung warten?

Gar nicht! Die von Ihnen gewünschte Perücke wird sofort Ihrer Kopfgröße angepasst und zugeschnitten. Anschließend können Sie sie sofort mitnehmen. Bei Haarverlängerungen müssen die Haare zuerst bestellt werden. Wartezeit: Zwei Werktage.

HAARAUSFALL

Warum fallen die Haare bei einer Chemotherapie aus?

Die Wirkung der Chemotherapie richtet sich vor allem gege Zellen, die sich in einem bestimmten Rhythmus teilen. Krebszellen und Haarwurzelzellen wachsen und teilen sich ungefähr gleich schnell. Da aber die Chemotherapie Krebszellen und Haarwurzelzellen nicht unterscheiden kann, fallen die Haare aus.

Wieviele Haare werden Sie verlieren?

Die Chemotherapie hat einen Effekt auf alle Haare des Körpers. Da die Kopfhaare am schnellsten wachsen sind diese jedoch am stärksten von der Chemotheapie betroffen. Dieser Zustand dauert aber nur so lange an, wie die Chemotherapie verabreicht wird. Das Ausmaß des Haarverlustes unter Chemotherapie ist individuell sehr verschieden und reicht vom teilweisen bis zum kompletten Haarausfall. Dies kann auch das Barthaar, die Augenbrauen und Wimpern betreffen, was in den meisten Fällen auch geschieht. Je nach Behandlung oder körperlicher Konstitution kann dem Patienten der Haarausfall an diesen Stellen des Körpers auch erspart bleiben, da die Durchblutung dort meist weniger stark ist.

Eine große Rolle spielt vor allem Art und Stärke der Chemotherapie, die Ihnen verabreicht wird. Dabei ist zu erwähnen, dass nicht alle Zytostatika Haarausfall verursachen. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, ob Sie damit rechnen müssen.

Wann werden die Haare ausfallen?

Der Beginn des Haarausfalls kann je nach Konstitution des Eigenhaares und Wirkungsweise der Therapie unterschiedlich sein. Aus Erfahrung können wir sagen, dass es eher selten vorkommt, dass ein Patient schon nach der ersten Behandlung seine Haare verliert. Es ist auch schon vorgekommen, dass nach der elften Behandlung noch kein Haar ausgefallen ist. Für den bevorstehenden Haarausfall gibt es jedoch in den meisten Fällen ein untrügliches Anzeichen: Fast 90% aller Patienten, denen die Haare ausgegangen sind, hatten ca. einen Tag lang ein seltsames Gefühl auf der Kopfhaut. Die einen empfinden es als eine Art Juckreiz, andere so, als hätten sie einen Zopf zu fest zusammengebunden. Grund dafür ist eine Art „Abstoßungsprozess“ im Haarschaft. Es dauert dann zwischen 2 und 14 Tage, bis das Haar komplett verloren geht.

Kompletter Haarausfall (Alopecia Totalis)

Eine Glatze bedeutet den kompletten Haarausfall. Wohl eine der bekanntesten Ursachen dafür ist die Chemotherapie. Diese greift Zellen an, welche sich in einem bestimmten Rhythmus teilen. Diesbezüglich unterscheiden sich Krebszellen kaum von Haarwurzelzellen. Chemotherapeutika können die beiden Zellen daher nicht unterscheiden, weshalb die Haare ausfallen. Nach Beendigung der Behandlung wachsen die Haare jedoch wieder nach.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata)

Dies ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung (ca. 1,4 Millionen Menschen in Deutschland) und kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei das zweite und dritte Lebensjahrzehnt bevorzugt sind. Typischerweise liegen am behaarten Kopf eine oder mehrere kreisrunde kahle Stellen vor. Daher spricht man auch von kreisrundem Haarausfall. Im Randbereich findet man häufig sogenannte „Ausrufezeichen Haare“. Dies sind kurz abgebrochene Haare, die an ihrem Ende immer dünner werden. Die Kahlstellen sind glatt, eingesunken, nicht schuppend und die Haarfollikel bleiben erhalten. Häufig bestehen zusätzlich Veränderungen der Fingernägel mit Grübchen, Rillen oder sandpapierartigen Aufrauhungen. Bisher liegen die genauen Ursachen dieser Krankheit noch im Dunkeln. Man nimmt an, dass Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollen, ihre Aktivität gegen die Zellen in den Haarwurzeln des eigenen Körpers richten.

Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetischer Haarausfall)

Wenn in der Kopfhaut viel DHT vorhanden ist und eine ererbte Überempfindlichkeit dafür besteht, wird die Wachstumsphase (Anagenphase) des Haares verkürzt. Ein glatzköpfiger Mann hat dementsprechend nicht weniger Haarfollikel als ein Mann mit vollem Haarwuchs. Lediglich die Wachstumsphase des Haares ist derart verkürzt, dass es, vergleichbar z. B. mit den Härchen auf der Stirn, kaum noch sichtbar hervortritt. Die Haarfollikel verkümmern also nach und nach, was auf die Überempfindlichkeit auf das DHT zurückzuführen ist. Unempfindlich gegen DHT ist das Kopfhaar im Hinterkopf- und im Nackenbereich. Hauptsächlich sind Männer davon betroffen.

 

Alopezia frontalis

Dieser Haarausfall betrifft die Stirngegend. Somit fallen dabei die Haare der vorderen Partie aus. Es kann auch die Augenbrauen und Wimpern betreffen. Grundsätzlich besteht zudem die Möglichkeit, dass sich dieser Haarausfall weiter ausbreitet und später den gesamten Kopf betrifft. Aktuell gibt es bereits spezielle Haarteile, die genau für diese Art von Haarausfall geschaffen sind.

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall fallen Haare vom gesamten Kopf ab. Davon betroffen sind vorrangig Frauen. Dieser entsteht durch Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Stress, Infektionen oder eine Fettunterversorgung.

Weitere Formen von Haarausfall

 

  1. Alopecia actinica: strahlenbedingter Haarausfall
  2. Alopecia mechanis (Alopecia traumatica): Haarausfall aufgrund von Druck, Zug oder Reibung; z. B.: langes Aufliegen des Kopfes bei Bettlägerigen oder Säuglingen
  3. Alopecia seborrhoica: Haarausfall mit begleitender Überproduktion von Talg,
  4. Alopecia muciosa: Haarausfall infolge Muzinose,
  5. Alopecia parvimaculata: Haarausfall infolge einer Infektion,
  6. Alopecia senilis: normaler Haarausfall im Alter,
  7. Alopecia specifia / Alopecia syphilitica: Haarausfall im Zuge des 2. Syphilis-Stadiums,
  8. Alopecia triangularis congenitalis Sabouraud : ererbte Haarlosigkeit in einer dreieckigen Region an den Schläfen, dessen Ursache ein Mangel an Haarfollikeln in diesem Bereich ist,
  9. Alopecia congenita: ererbte Haarlosigkeit am gesamten Körper.

Quelle: http://de.wikipedia.org

Weitere Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall können sehr vielfältig sein. Beispielsweise kann dieser auch infolge einer Hungerkur, bei Bulimie oder Magersucht, bei einer Stoffwechselerkrankung, bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder bei einer Anämie auftreten. Bestimmte Infektions- und Geschlechtskrankheiten können ebenfalls der Grund für Haarausfall sein.

Durch diverse Mangelerscheinungen (Vitamin K, H, A, B, Zink, Selen) kann Haarausfall ausgelöst werden. Im Gegensatz dazu tritt dieser auch bei einer Überdosierung von Vitamin A, C und Folsäure auf.

Weitere Ursachen stellen bestimmte Medikamente und hormonelle Schwankungen dar.

Quelle: http://de.wikipedia.org

Was kann man gegen Haarausfall tun?

Kaschieren

Bei komplettem Haarausfall kann nur noch eine Perücke eingesetzt werden. Dabei unterscheidet man zwischen Echthaar- und Kunsthaarperücken.
Bei diffusem Haarausfall sind Haarteile oftmals eine gute Lösung. Die Haarteile, die wir dafür verwenden, sind wie ein Netz gearbeitet, durch das Eigenhaare gefädelt werden. Eigenhaar und Fremdhaar verbinden sich so zu einer optischen Einheit.
Kreisrunder Haarausfall kann durch Extensions überdeckt werden, vorausgesetzt der Haarausfall ist gestoppt und die Flächen sind nicht zu groß. Trifft das nicht zu, ist eine Perücke die bessere Lösung.
Wenn die Haare am Oberkopf ausfallen, können Haarteile, Toupets oder Perücken eingesetzt werden.
Bei sehr feinem Haar, zu wenig Volumen oder zu wenig Haarlänge sind Extensions empfehlenswert. Damit kann man beliebig viel Volumen erzeugen. Haarverlängerungen halten 4-6 Monate.

Medikamentöse Behandlung

Unterschiedliche Medikamente werden unterschiedlich angewende: oral oder auftragen. Generell gilt jedoch, dass nach Ende der Behandlung mit Medikamenten das neue Haar wieder ausfällt. Das wiederum lässt auf eine lebenslange Einnahme/Verwendung schließen, um dauerhaft gegen Haarausfall vorzugehen.

Haartransplantation

Der letzte Ausweg ist eine Haartransplantation. Menschen mit einer Autoimmunkrankheit oder  entzündlichem Haarausfall können darauf jedoch nicht zurückgreifen.

Sonstiges

Bei Alopecia areata gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten. Der erste Ansatz sieht eine Schwächung des Immunsystems vor, bis es die Haare nicht mehr angreift. Der zweite Ansatz zielt ebenfalls auf das Immunsystem ab. Dabei sollen die Haare ebenfalls nicht mehr angegriffen und abgestoßen werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org

GESCHICHTE DER PERÜCKE

Beginn

Die Verwendung eines Haar(ersatz)teiles geht bereits bis ins alte Griechenland, ins Römische Reich und sogar ins alte Ägypten zurück. Im Mittelalter trugen verheiratete Frauen generell ihre Haare nicht offen.

Quelle: de.wikipedia.org

Die Perücke als Modeerscheinung

Um 1600 setzte man jedoch die Perücke wieder bei krankheitsbedingtem Haarausfall ein, wie z.B. bei Syphilis. In Paris wurde anschließend 1656 die erste Innung für Perückenmacher geschaffen. Erst durch Ludwig XIV. entwickelte sich die Perücke jedoch zu einem bedeutendem Bestandteil der höfischen Kleidung in Europa. Die typische Lockenperücke – auch Allongeperücke genannt – wurde nur von Männern getragen. Frauen hingegen setzten „Fontange“ auf, welche eine Art kunstvolle Haube darstellt. Nach 1700 bestanden die Perücken meist aus Ziegen- oder Rosshaar, sowie Hanf und Flachs. Sie wurden zu der Zeit zudem noch meist mit Mehl weiß gepudert, was jedoch der unteren Schicht (Bauern, Handwerker,…) verboten war. In Preußen wurde um 1700 sogar eine Perückensteuer eingehoben, da diese sehr in Mode war. Königliche Inspektoren durften auf offener Straße das Haarersatzteil abnehmen und überprüfen, ob die Steuer eingehoben wurde. Bereits vor der Französischen Revolution (1789-1799) kam die Perücke wieder aus der Mode. Bis heute ist diese nicht wirklich wieder modern geworden

Quelle: de.wikipedia.org

Gegenwart

In erster Linie werden Perücken in der Gegenwart aufgrund von krankheitsbedingtem Haarausfall (z.B. bei Chemotherapie) getragen. Seltener tragen Frauen Haarersatzteile, um kurzfristig eine andere Frisur zu bekommen oder um Ihrem geringen Eigenhaar mehr Volumen zu geben. Hergestellt werden sie entweder aus Echthaar oder Kunsthaar.

Quelle: de.wikipedia.org

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